Kreuzschnabelarten

 

Systematische Stellung der Kreuzschnäbel

Ordnung: Sperlingsvögel

Familie: Finkenvögel, Fringillidae

Unterfamilie: Stieglitzverwandte, Carduelinae

Gattung: Kreuzschnabel, Loxia

Arten:

Fichtenkreuzschnabel, 20 Unterarten

Kiefernkreuzschnabel,

Bindenkreuzschnabel, 2 Unterarten

 

Brutbiologie

Wie keine andere Gattung, sind die Kreuzschnäbel ökologisch fast ausschließlich an Nadelwaldbestände gebunden, deren Samen ihnen als Nahrung dient. Für das Herausholen dieser aus den Zapfen ist der Schnabel weitmöglichst spezialiseiert und zeigt mit seiner gekreuzten Form, der Höhe und Länge eine perfekte Anpassung an die verschiedenen Arten der Nadelgehölze.

Da die Kreuzschnäbel ihre Jungenaufzucht vom reichhaltigen Futterangebot abhängig machen und die Nadelbäume von Herbst bis Frühjahr Zapfentragend sind, brüten die Kreuzschnäbel bevorzugt im Winter. Eine weitere erstaunliche Anpassung ist, das Kreuzschnäbel sehr schnell Geschlechtsreif werden können. So können, in einem guten Zapfenjahr, wie es nur alle 3 - 4 Jahre vorkommt, die Jungvögel aus frühen Bruten noch in dem gleichen Brutzyklus bereits selbst für Nachwuchs sorgen. Die Art fängt so fehlende Bruten aufgrund mangelndem Nahrungsangebot auf!

Zur Brutzeit fällt ein Trupp von mehreren Vögeln in eine gute "Zapfengegend" ein. Die Paare sondern sich vom Schwarm ab und das Männchen wirbt mit Balzflügen und seinem Gesang um das Weibchen. Diese baut meist auf Nadelbäumen zwischen zwei übereinanderhängenden Zweigen das Nest so daß man von oben nicht hinein sehen kann und ein gewisser Schutz gegen Schnee und Regen besteht. Es ist ein festgewirkter Bau, der 3 cm dicke Wände hat und aus Reisern, Grasstengeln und vielen Flechten und Moosen zusammengefügt ist.

Auf allen Sammelflügen wird die Henne vom Hahn begleitet. Das Gelege besteht meist aus 3, zuweilen 4 Eiern, die auf grünlichweißem oder blauweißem Grund rötliche, rotbraun bis schwarze Punkte und Kritzel zeigen. Das brüten übernimmt das Weibchen allein und bleibt von ersten Ei an auf dem Nest sitzen, so daß ein Zerfrieren der Eier bei großer Kälte oder Schneestürmen verhindert wird. Das Männchen versorgt das Weibche in dieser Zeit mit hervorgewürgtem Futter.

Nach 14 bis 16 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie haben weißliche Daunen auf der Oberseite und einen dunkelroten Sperrachen mit schmalem gelbem Schnabelwulstrand. Das Weibchen deckt und wärmt die Jungvögel noch eine Woche lang ab um dann ebenfalls steigernd auf Futtersuche zu gehen. Nach ca. 16 - 18 Tagen verlassen sie das Nest und werden von den Eltern noch einige Tage weiter gefüttert.

Erst in dieser Zeit bildet sich der gekreuzte Schnabel aus. Bis dahin haben die Jungen völlig normale Finkenvögelschnäbel.

 

Beschreibung der Arten

Fichtenkreuzschnabel - Loxia curvirostra

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Verbreitungsgebiet des Fichtenkreuzschnabels

 

Der Fichtenkreuzschnabel bewohnt Europa und große Teile Asiens. Des weiteren findet man ihn in Nordwestafrika sowie in Nordamerika. Man trifft in bevorzugt in Nadelwaldbeständen mit großem Anteil der Fichte (Picea) an.

Die südlichen Populationen des Fichtenkreuzschnabels haben sich im Laufe ihrer Entwicklung gekonnt an andere Nadelgehölze, wie die Mediterane Kiefer, angepasst und diese Bildet dort die Grungnahrung der Vögel. Somit ist es auch nicht verwunderlich warum gerade diese Unterarten besonders klobige Schnäbel bei relativ kleinem Körper hervor gebracht haben.

 

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1,0 Fichtenkreuzschnabel, Nominatform

 

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0,1 Fichtenkreuzschnabel, Nominatform

Schnabelform - Fichtenkreuzschnabel

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Die bekannteste Unterart des Fichtenkreuzschnabels ist der Himalayakreuzschnabel - Loxia curvirostra himalayensis. Er gehört zu den kleinsten Unterarten und bewohnt Teile des Himalayagebirges in einer Höhe zwischen 3000 und 4000 Meter ü. NN.

 

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1,0 Himalayakreuzschnabel

 

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0,1 Himalayakreuzschnabel

 

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1,0 Himalayakreuzschnabel, gelbe Ausfärbung

 

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Kieferkreuzschnabel - Loxia pytyopsittacus

 

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Verbreitungsgebiet des Kiefernkreuzschnabels

 

Der Kiefernkreuzschnabel bewohnt Nord- und Nordosteuropa, vor allem Norwegen, Schweden und Finnland. Er besticht durch seine Größe, was sowohl den Körper als auch den sehr hohen klobigen Schnabel ausmacht.

 

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1,0 Kiefernkreuzschnabel

 

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0,1 Kiefernkreuzschnabel

 

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Jungvogel des Kiefernkreuzschnabels

Schnabelform - Kiefernkreuzschnabel

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Bindenkreuzschnabel - Loxia leucoptera

 

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Verbreitungsgebiet des Bindenkreuzschnabels

 

Der Bindenkreuzschnabel bewohnt Nordamerika, Nordost-Europa, Nord-, Ost- und Zentralasien. Eine kleine Population und eigenständige Unterart befindet sich auf der Mittelamerikanischen Insel Hispaniola.

 

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1,0 Bindenkreuzschnabel

 

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0,1 Bindenkreuzschnabel

 

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1,0 Bindenkreuzschnabel, gelbe Ausfärbung

 

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Jungvogel des Bindenkreuzschnabels

Schnabelform - Bindenkreuzschnabel

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