Zucht

 

Zuchtbericht über den Bindenkreuzschnabel


von Frank Knüttel

 

Anfang des Jahres wurden mehrere Paare Bindenkreuzschnäbel, Fichtenkreuzschnäbel der Unterart - himalayensis und Kiefernkreuzschnäbel zur Zucht angesetzt. Die Kreuzschnäbel bezogen hierzu paarweise meine Zuchtvolieren.
Die Volieren wurden in der oberen Hälfte mit Kiefernzweigen ausgesteckt. Zusätzlich wurden noch Kaisernester bzw. Kappellchen mit Cocoseinlagen versehen und an verschiedenen Stellen zwischen den Zweigen angebracht. Der Bodenbelag bestand aus Porilan und Fichtenzapfen bzw. deren Bestandteile, die täglich proportioniert gereicht und nicht mehr aus den Volieren entfernt wurden. Durch diese Maßnahme sollte den Kreuzschnäbeln ein überreiches Nahrungsangebot vorgetäuscht werden, was durchaus ausschlaggebend für eine Brut sein kann.

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Zuchtvoliere

 

Da sich die Zuchtphasen der verschiedenen Kreuzschnabelpaare sehr ähneln, werde ich nur noch von einem Paar Bindenkreuzschnäbel berichten. Nachfolgend ist der Brutablauf nach Tagebuchaufzeichnungen wiedergegeben:

- 13. Januar, der Hahn lässt seinen Gesang hören, stimmt auch sofort mit ein wenn die Kreuzschnabelhähne in den Nachbarvolieren zu singen anfangen,

- 25. Januar, nun lässt auch die Henne vermehrt ihren Gesang hören, es fällt auf das die Vögel sehr Flugfreudig geworden sind (Vorbrutphase) auch werden die Hähne in den Nachbarvolieren sofort attackiert wenn diese sich an nähern.

- 8. Februar, es kann beobachtet werden wie die Henne den Hahn , auf einem Kiefernast sitzend, in geduckter Haltung um Futter anbettelt. Der Hahn würgt sofort Futterbrei hervor und füttert seine Henne.

- 15. Februar, der Hahn fliegt immer wieder ein Volierennest (Kapellchen) an.

- 17. Februar, die Henne wird mit Nistmaterial im Schnabel angetroffen und fliegt immer in Richtung des Volierennestes.

- 22. Februar, trotz eifrigem schleppen von Nistmaterial wurden nur wenige Fasern eingebracht.

- 23. Februar, Henne setzt dicke Kotballen ab und verweilt für längere Zeit im Nest - die Legephase steht bevor.

- 24. Februar, eine Kontrolle ergibt das erste Ei.

- 27. Februar, 3 Eier wurden gelegt, die Henne brütet.

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Zuchtpaar Bindenkreuzschnäbel, Henne brütet

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Gelege des Bindenkreuzschnabels

 

- 5. März, Hahn singt nicht mehr so oft wie vor Brutbeginn, hält aber

ständig Rufkontakt mit seiner Henne.

- 8. März, beide Altvögel verhalten sich sehr aufgeregt nach dem

Eintreten in die Zuchtanlage, es scheint als wären Jungvögel

geschlüpft.

- 9. März, eine Nestkontrolle ergibt zwei Jungvögel und ein befruchtetes Ei.

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Bindenkreuzschnäbel, einen Tag alt

 

- Nachtrag, dritter Jungvogel ist geschlüpft.

- 10. März, die Altvögel sind nicht mehr so aufgeregt wie an den Tagen zuvor. Vorallem das männliche Tier beobachtet jede Aktivität seitens des Pflegers in der Zuchtanlage.

- 11. März, ein in der Nachbarvoliere untergebrachtes Paar Himalayakreuzschnäbel wird ständig am Trenngitter vom Zuchthahn attakiert. Anscheinend möchte es dort sein Nest errichten. Um die Brut der Bindenkreuzschnäbel nicht zu gefährden, wird die Nisthilfe bei den Himalayakreuzschnäbeln an dieser Stelle entfernt. Durch diese Maßnahme kehrt schnell wieder Ruhe ein und die "Nachbarn" setzen ihre Nestbautätigkeit an anderer Stelle fort.

- 12. März, zwei Jungvögel werden mit 3,2 mm Ringen gekennzeichnet. Der dritte Jungvogel wird schlecht gefüttert und bleibt in seiner Entwicklung zurück.

- 13. März, der zuletzt geschlüpfte Jungvogel hat es leider nicht geschafft. Die beiden verbliebenen Jungvögel werden vorbildlich von den Altvögeln mit losem Kiefernsamen, Eifutter und gefrosteten Pinkymaden versorgt.

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Bindenkreuzschnabel, 4 Tage alt

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Bindenkreuzschnäbel, 5 Tage alt

 

- 15. März, die Henne verlässt nun für immer längere Zeit das Nest um Nahrung aufzunehmen. Es wird beobachtet wie beide Altvögel gleichzeitig die Jungvögel mit Futter versorgen.

- 17. März, bei den Jungvögeln ist bereits die Bindenzeichnung gut zu erkennen. Die ersten Federkiele brechen auf.

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Bindenkreuzschnäbel, 9 Tage alt

 

- 20. März, die beiden Jungvögel nehmen bereits eine geduckte Haltung an sobald man sich ihnen nähert. Wieder wird beobachtet wie beide Altvögel gleichzeitig füttern. Das männliche Tier verweilt nach der Futterübergabe am Nest und nimmt einen Kotballen auf um ihn vom Nest fort zu tragen und dort fallen zu lassen.

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Bindenkreuzschnäbel, 12 Tage alt

 

- 21. März, die Henne nimmt einen kleinen Kiefernzweig vom Boden auf und fliegt in der Voliere umher. Als sie für kurze Zeit auf einem Ast verweilt, versucht das männliche Tier sich mit ihr zu paaren.

- 22. März, bei der morgentlichen Kontrolle werden Fasern in dem anderen Volierennest vorgefunden, kurze Zeit später wird die Henne dabei beobachtet wie sie das Nest anfliegt und dort Nestbautätigkeiten zeigt. Währenddessen werden die Jungvögel der ersten Brut vom männlichen Tier gefüttert. Anscheinend befindet sich das Paar in starkem Brutrieb, dies zeigt sich in ihrem äußerst flugfreudigen Verhalten, dem ansteigenden Gesang des Männchens und der Tatsache das bereits an einem neuen Nest gearbeitet wird obwohl die Jungvögel der ersten Brut noch keinerlei Anstalten machen flügge zu werden.

- 25. März, die Henne hat ihr Nest im Kapellchen fertig gebaut. Im Gegensatz zur ersten Brut wurde ein schönes Nest erstellt.

- 26. März, heute sind beide Jungvögel ausgeflogen. Sie werden fasst nur noch vom Hahn mit Futter versorgt. Die Henne macht den Anschein als würde morgen die Legephase der zweiten Brut beginnen.

- 27. März, die Henne hat wie vermutet das erste Ei der zweiten Brut gelegt.

- 29. März, die Henne bebrütet ein dreier Gelege. Sie fliegt dennoch hin und wieder die Jungvögel an um sie mit Futter zu versorgen.

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3er Gelege des Bindenkreuzschnabels

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0,1 Bindenkreuzschnabel

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Bindenkreuzschnabel, 21 Tage alt

- 31. März, die Henne hat das Füttern der Jungvögel eingestellt und bebrütet fest ihr Gelege.

- 7. April, Die Jungvögel sind mittlerweile schon recht Fluggewandt und verfolgen den Hahn um ihn nach Futter an zu betteln. Sie können dabei beobachtet werden wie sie bereits an den Kieferästen nagen um kleine Rindenteilchen aufzunehemen.

- 10. April, eine Nestkontrolle ergibt zwei wenige Stunden alte Jungvögel und ein unbefruchtetes Ei. Die Jungvögel der ersten Brut nehmen selbsständig Körnerfutter in Form von Perilla auf. Sie betteln nur noch sporadisch den Hahn um Futter an.

- 14. April, die beiden Jungvögel werden beringt. Entgegen der ersten Brut verhalten sich die Altvögel sehr ruhig beim Betreten der Zuchtvoliere und nehmen kaum Notiz vom Pfleger.

- 24. April, die Jungvögel sind nun 15 Tage alt und stehen kurz vor dem Ausfliegen. Beide Altvögel zeigen im Gegensatz zu den letzten Tagen ein Flug- und Ruffreudiges Verhalten. Der Hahn stimmt nun wieder in den Gesang der anderen Männchen in den Nachbarvolieren ein. Das Paar nimmt mittlerweile keinerlei Notiz mehr von den noch in der Voliere befindlichen Jungvögeln der ersten Brut.

- 25. April, die Altvögel fliegen immer wieder das Nest mit den Jungvögeln an ohne diese zu füttern. Anscheinend möchten sie durch diese Maßnahme erreichen, das die Jungen das Nest verlassen.

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Jungvögel, 2. Brut, 16 Tage alt

- 26. April, im ausgetauschten, mit einer neuen Cocoseinlage versehenen Kapellchen der ersten Brut werden bei der morgentlichen Kontrolle Fasern vorgefunden. Die Henne fliegt oft die Stelle in der Voliere an wo Nistmaterial angeboten wird und nimmt Fasern auf.

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Zuchthahn, Jungvogel 1. Brut, Jungvögel 2. Brut

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Vorne, Jungvogel des Bindenkreuzschnabels, 50 Tage alt

- 27. April, die Jungvögel der zweiten Brut haben das Nest verlassen und suchen die oberen Äste der Voliere auf.

- 1. Mai, das Nest für eine dritte Brut ist so gut wie fertig. Die Henne nimmt helle Pflanzenfasern ähnlich Watte auf und polstert damit das Nest aus. Sie wird hierbei ständig vom Hahn begleitet und bettelt diesen, oft auf dem Volierenboden sitzend, nach Futter an. Der Hahn versucht nach der Futterübergabe sich mit der Henne zu paaren.

- 3. Mai, die Henne zeigt eine angeschwollene Kloakenregion - die Legeperiode der dritten Brut steht unmittelbar bevor.

- 4. Mai, Ablage des ersten Ei´s der dritten Brut, trotz milder Temperaturen sitzt die Henne bei einsetzender Dämmerung im Nest.

- 9. Mai, die Henne brütet wieder, eine Kontrolle ergibt drei Befruchtete Eier des dritten Geleges.

- 16. Mai, der Männliche Altvogel füttert abwechselnd die Henne im Nest und die Jungvögel der zweiten Brut obwohl diese schon Selbsständig Perilla und Aufzuchtfutter aufnehmen. Die Jungvöge der ersten und zweiten Brut sind kaum noch voneinander zu unterscheiden, es wird beobachtet wie die älteren Jungvögel bereits alle angebotenen Saaten, selbst Hartschalige Kiefernsaat, aufnehmen und fressen.

- 18.Mai, drei Jungvögel der dritten Brut geschlüpft.

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3 Jungvögel des Bindenkreuzschnabels am Schlupftag


- 20. Mai, beide Altvögel füttern bereits am dritten Lebenstag gemeinsam ihre Jungvögel.

- 23. Mai, die drei Jungvögel der dritten Brut wurden beringt.

- 27. Mai, ein Jungvogel der ersten Brut wird dabei beobachtet wie er oft das Nest mit den Jungvägeln der dritten Brut anfliegt. Als die Henne füttert wird beobachtet das der beschriebene Jungvogel ebenfalls Futter hervor würgt und die Jungvögel im Nest füttert.

- 1. Juni, wieder wird beobachtet wie der eine Jungvogel der ersten Brut die Nestlinge füttert. Diesmal ist er nicht in Begleitung eines der Altvögel.

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- 3. Juni, Jungvögel der dritten Brut ausgeflogen.

- 6.Juni, die drei Jungvögel der dritten Brut werden nun außerhalb des Nestes von den Altvögeln und dem einen Vogel der ersten Brut mit Futter versorgt.

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Jungvogel des Bindenkreuzschnabels, dritte Brut

 

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- 28. Juni, das Zuchtpaar hat die Brutperiode beendet und das Gelegentliche füttern der Jungvögel ihrer letzten Brut eingestellt.

 

Schlußbetrachtung:

Die hier beschriebene Zucht des Bindenkreuzschnabels ist sicherlich der Wunsch eines jeden Kreuzschnabelzüchters, vor allem, da sich der Bindenkreuzschnabel in vielen Dingen von seinen Gattungsvettern unterscheidet und dadurch hervorhebt.

Allerdings ist sie nicht so einfach wie es den Anschein hat. So sind gerade Bindenkreuzschnäbel äußerst wählerisch in Bezug auf die Partnerwahl und nur sehr gut harmonierende Paare erbringen solch ein Ergebnis. Da die Paarbildung der Kreuzschnäbel anscheinend von der Henne ausgeht, sollte man immer die Möglichkeit haben den ein oder anderen Vogel in Reserve zu wissen.

Ein ständiges beobachten der Zuchtpaare ist eigentlich selbstverständlich und so kann man als Züchter sehr gut Einfluss auf die jeweiligen Paare nehmen. So wechselt während einer Brutperiode z. B. die Vorliebe für die eine oder andere Saat und man hat hier die Möglichkeit den Brut- bzw.Fütterungstrieb zu steuern.

 

Nachfolgend einige Bilder der JV inmitten der Jugendmaußer...

 

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Nachfolgend Bilder von einem neu zusammengestellten Paar, aus den Nachzuchten ´08, für die kommende Zuchtperiode. Auffallend ist der, für junge Vögel bereits große, kräftige Typ und die sehr breite Bindenzeichnung !!!

 

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Zuchtbericht über den Himalayakreuzschnabel

von

Erich Kunz, Bruchweiler

Bilder von Frank Knüttel

 

Die Himalayakreuzschnäbel wurden nur kurz nach der ersten Einfuhr frei gehandelt und dann gesperrt, weil sie zu den Europäern als Unterarten zählen. Ihr munteres, quirliges Verhalten veranlassten mich damals zum Kauf. Bis heute habe ich diesen Kauf nicht bereut, denn diese Vögel zeigen erst in der Voliere ihr liebliches Wesen. Selbst der Gesang, von Männchen und Weibchen vorgetragen, kann sich hören lassen.

Also kaufte ich mir 3 Paare und setzte sie in eine 3x4x2,5m große Voliere. da ich natürlich Paare wollte, die sich selber finden sollte, mußte ich die Vögel kennzeichnen. Offene Farbringe waren in sekundenschnelle wieder vom Fuß. daraufhin nahm ich eine Schere und Schnitt jeweils bei einem Paar, einmal die linke spitze, vom gegabelten Schwanzab und beim nächsten Paar die rechte Spitze. ein paar blieb unbeschnitten. Diese Beschneidung bedeutet in der Voliere, ohne Gefahr durch Beutegreifer, keine große Behinderung. So konnte ich auch aus großer Entfernung die Paarzugehörigkeit, die duch gegenseitiges füttern angezeigt wird, sehen. Es war nun Ende September und die Vögel begannen mit der Maußer, wodurch die Männchen ihr schönes Rot verloren, aber eine schöne gelbe Färbung bekamen. Beta Carotin oder ähnliches erhält zwar die Farbe, ist jedoch für die Zucht völlig überflüssig. In der Maußerzeit wird natürlich sehr abwechslungs- und vitaminreich gefüttert. Angeboten werden eingefrorene löwenzahnköpfe, halbreife Nachtkerzenstauden, auf einen Nagel aufgespießte Karotten und frisches Tannengrün. Diese kleinen Kreuzschnäbel sind sehr gute Futterverwerter, deshalb sollte man sie nicht zu reichhaltig füttern, damit sie nicht verfetten und zuchtuntauglich werden.

Um Vögel zu züchten, muß ein Vogel in Brutstimmung kommen und er muß sicher sein, Junge aufziehen zu können. Aber auch eine Ruhezeit für den gesammten Organismus des Vogels ist wichtig und dies alles muß der Züchter an Stelle der Natur regeln, durch Licht und Futter. Nach der Zuchtzeit reduziere ich das Futter so, daß der Napf bei meiner allabendlichen Fütterung fast leer ist, ebenso wird das Licht wieder auf ungefähr 10 Stunden gekürzt.

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Zuchthahn des Himalayakreuzschnabels

Nachdem die Maußer gut verlaufen war, kamen die Vögel auch in Brutstimmung, ausgelöst durch die vitaminreiche Fütterung und Lichtzeiterhöhung. Ein Paar hatte ich nach längerer Beobachtungszeit herausgefunden und in eine Innenvoliere von 2x1x2,5m gesetzt. Ausgestattet wurde die Voliere mit frischem Kiefern- und Tannengrün, jedoch nicht übermäßig. Außerdem wurde ein größerer morscher Kiefernast von 6-8 cm Durchmesser, wie man sie auf dem Waldboden findet, zum Nagen in der Voliere aufgehängt. So wird das Volierenholz geschont, obwohl diese Art nicht so viel nagt, wie die anderen Kreuzschnabelarten. 2 Nistgelegenheiten in den hellsten Volierenecken angebracht reichen völlig aus. Für die Wildfänge nahm ich kleine Fichten und schnitt die oberen 2 Astreihen heraus. So ensteht auf dem folgenden Astkranz ein sehr guter Nistplatz. Auch größere Drahtnester mit Sisaleinlage, sowie Sabelsche Nistklötze oder Kaisernester werden gerne angenommen. den volierenboden kann man auch mit gesammelten Tannen- und Fichtenzapfen bedecken, somit wird noch mehr Nahrung suggeriert und die Vögel noch mehr zum brüten angeregt. Nistmaterial z.B. (aus alten Kopfkissen) die Baumwolle, Sisal, Kokosfasern, Scharpie sowie Schafwolle (oft zu finden an weidezäunen und Sträuchern) werden in ein kleines Netz gesteckt und an der Volierendecke befestigt. somit wird nichts verschmutzt und die Vögel haben Beschäftigung. Trockenes Fichten- oder Birkenreisig lege ich in eine Volierenecke. das Nest wird sehr stabil und dickwandig gebaut.

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Henne des Himalayakreuzschnabels beim Nestbau

Als Futter reiche ich während der Zuchtzeit ein gutes Waldvogelfutter, angereichert mit 10% Perillasaat. Sonnenblumenkerne und Lärchensaat mit Aleppokiefernsaat in einen extra Napf, damit diese teure Futter nicht zu sehr verschwendet wird. Das Licht wird nun auf 14 - 15 Std. erhöht. Bei den Wildfängen war natürlich viel mehr Arbeit nötig als heute nach der 5. Generation...

Auch war die Angst vor einem Mißlingen der Brut viel größer und auch wahrscheinlicher. damals kletterte ich im Winter auf über 20m hohe Fichten und schüttelte die Zapfen ab, um sie dann geviertelt an die Vögel zuverabreichen. Wenn sie ein paar Zapfen vierteilen, sehen sie in der Schaftmitte des Zapfens kleine weiße Raupen. Hier lege ich nun frisch gehäutete weiße Mehlkäferlarven dazu und schon sind die Vögel an Lebendfutter gewöhnt. Vor der Eiablage gebe ich ungefähr 6 Stck. pro Paar. Während des Brütens gebe ich kein lebendfutter und auch keine Fichtenzapfen. Nach dem Schlupf der Jungen werden am 1. Tag ungefähr 4 Larven, weil meistens nur 1 junges am 1. Tag schlüpft, gegeben. Am 3.-4. Tag, je nach Anzahl der Jungen, erhöhe ich das Lebendfutter auf bis zu 10 Larven oder Puppen. Auch gebe ich dann wieder aufgeschnittene Zapfen dazu.

Heute klettere ich nicht mehr auf Bäume sondern suche bei zapfentragenden Fichten, größeren Kiefern und anderen starken Bäumen in der Nähe. Unter diesen liegen oft sehr viele Zapfen, die die einheimischen Kreuzschnäbel fallen lassen. Wahrscheinlich sind es Jungvögel oder ungeschickte Altvögel, die mit den abgekipsten Zapfen auf eine stärkere Unterlage fliegn, um sie besser bearbeiten zu können.

Auch die Himalayakreuzschnäbel fliegen mit den Zapfenstücken auf den starken morschen Ast in der Voliere. Wobei man sagen muß das die Zapfen auf dem Boden angeboten werden. Natürlich werden die Zapfen an den Tannen und Fichten auch kopfüber an Ort und Stelle leer gefressen. Da aber die Kreuzschnäbel oft in großen Schwärmen auftreten, gibt es auch viele Zänkereien um die zapfen, so daß sie den Artgenossen wegstibitzt und weggetragen werden. Fichten und Tannen tragen jedoch nur alle 4 Jahre richtig Zapfen, deshalb friere ich einen größeren sack voll ein, um über diese Zeit zu kommen. Eingeforene Zapfen trocknen sehr stark aus und werden hart, darum lege ich sie vor dem verfüttern einige Stunden in kaltes Wasser, damit sie weicher werden.

Doch nun zurück zur Zucht des 1. Paares. Nach einer Woche war das Nest in einer kleinen geköpften Fichte fertig gestellt und es wurden 3 Eier gelegt.

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Henne des Himalayakreuzschnabels beim Brutgeschäft in einem Kapellchen

Nach 14 tagen schlüpfte der erste Jungvogel, am nächsten tag die anderen zwei. Das 0,1 saß sehr fest und wurde vom Partner sehr gut versorgt,

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Jungvögel des Himalayakreuzschnabels am Schlupftag

 

Trotz Innenvolieren, die ungeheizt sind , lag die Temperatur bei minus 1 Grad. Diesen Vögeln ist egal welche Temperaturn vorherrschen, sie brüten auch bei + 30 Grad. Die Brutzeit hängt ganz allein von Licht und Futter ab, mehr jedoch vom Futterangebot. Am 4. und 5. Tag beringte ich die Vögel mit 3mm Ringen, klebte diese aber mit Heftpflaster ab.

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Jungvögel des Himalayakreuzschnabels, 5 Tage alt

 

Bei einem Vogel der das Nest sauber hält, sollte man immer die Ringe tarnen. Und gerade die im Winter brütenden Kreuzschnäbel halten das Nest sehr sauber, denn ein verschmutztes Nest wärmt nicht. die eltern verschlucken sogar den Kot, bis kurz vor dem Ausfliegen der Jungvögel.

Als ich nun die zwei letztgeschlüpften jungen beringte, sah ich, daß alle sehr schlecht gefüttert waren. Um den Fütterungstrieb zu steigern, stellte ich nun kleine Fichten mit Knospen in die Voliere. Der Hahn war fortan nur damit beschäftigt, Knospen zu fressen und das Weibchen mit Jungen zu versorgen. Die kleinen Fichten wachsen bei uns im Pfälzer wald neben den Waldwegen und werden alle paar Jahre vom Forstamt beseitigt, damit die Wege nicht zu wuchern. Nach Rücksprache mit dem Förster, darf sich wohl auch anderswo, ein jeder solche Sämlinge holen. Die Nachzuchten von heute sind im Futterangebot zwar nicht mehr so empfindlich, fressen diese Knospen aber dennoch mit großer Begeisterung.

Also 1. Brut 3 Junge - aber kurz vor dem Flügge werden der Jungen begann das 0,1 auf die jungen ein neues Nest zu bauen. Nun war guter Rat teuer. gehudert wurde nicht mehr, also nahm ich ein Kaisernest und setzte das Nest mit den Jungvögeln hinein. Hierbei muß man aufpassen, daß alle Jungen mit der flachen Hand abgedeckt sind und nicht fluchtartig heraus stürzen. Ungefähr 20 cm neben dem alten Neststandort wurde nun das Kaisernest aufgehängt. Zum Glück fütterte das 1,0 weiter. Das 0,1 baute in die nun schon Nadellose Fichte ihr 2. Nest. Hier sei nun bemerkt das Douglasien für die Nestaufnahme besser sind. Erstens, weil sie fast keine Nadeln verlieren und zweitens, weil die Nadeln nicht so spitz sind und eventuelle Junge im Nest nicht verletzen können.

Die Jungen der 1. Brut blieben bei den Eltern, bis die 2. Brut ausgeflogen war. Die Jungvögel brauchen sehr lange, bis sie selbständig und somit Futterfest sind.

Vom 1. Paar bekam ich 5 Junge, vom 2. Paar 4 Junge. Vom 3. Paar hatte ich leider keine Nachzucht (wahrscheinlich Disharmonie). Alle Jungen kamen nach der Zucht zusammen mit den Altvögeln in die große Voliere.

 

...nachfolgend Bilder juveniler Himalayakreuzschnäbel...

 

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...mehr, folgt demnächst!!!